Gender

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

 

Geschlecht stellt gegenwärtig ein zentrales Kriterium der Strukturierung von Gesellschaften und der Ordnung kultureller Systeme dar. In Abgrenzung zur Auffassung, Geschlecht biete eine eindeutige natürliche Grundlage für die Ordnung der Kultur, z.B. für die Trennung von Produktion und Reproduktion, hat Geschlechterforschung verschiedener Disziplinen verdeutlicht, dass Geschlecht selbst ein Produkt von Gesellschaft und Kultur ist. Für dieses Verständnis von Geschlecht wurde im Englischen der Begriff "Gender" geprägt. So unterliegt Geschlecht historischem Wandel, zeigt im interkulturellen Vergleich große Varianzen und ist auf komplexe Weise mit anderen Kategorien gesellschaftlicher Strukturierung verbunden. Geschlechterforschung findet mittlerweile in fast allen kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen statt. Erste Ansätze existieren auch für die Natur- und Technikwissenschaften.

Die Geschlechterforschung beschäftigt sich aus verschiedenen Blickwinkeln primär mit dem Wechselverhältnis von Geschlecht und Gesellschaft/Kultur: Sie untersucht die strukturellen Verhältnisse der (Re-)Produktion von Ungleichheit qua Geschlecht, die Formen der Sozialisation von Individuen und der kulturellen Konstitution von vergeschlechtlichten Subjekten sowie die Art und Weise, wie Geschlecht in Symbol- und Wissenssystemen zum Tragen kommt. Das bedeutet, dass neben dem Fokus darauf, unter welchen Bedingungen Frauen und Männer leben, sich entfalten können und handeln, Geschlecht auch als analytische Kategorie zum Einsatz kommt, wenn es darum geht, die kulturellen Deutungen so unterschiedlicher Phänomene wie beispielsweise Ästhetik, Ökonomie, Religion, Architektur, Technik oder Natur zu analysieren.

Gender bildet somit in vielen Disziplinen und Forschungen auch ein Querschnittsthema. Darüber hinaus hat die Geschlechterforschung, ausgehend von ihren Wurzeln in der Frauenbewegung, eine weitreichende und ausdifferenzierte Theorie- und Methodendiskussion geführt, in der das heute existierende Fundament der Forschung gelegt wurde. Das Forschungscluster "Gender" versteht sich als Bündelung und produktive Verknüpfung unterschiedlicher disziplinärer Perspektiven.

 

Ansprechpartnerinnen:

Irmtraud Fischer i.fischer(at)uni-graz.at

Renate Ortlieb renate.ortlieb(at)uni-graz.at

Ende dieses Seitenbereichs.
Zur Übersicht der Seitenbereiche.

Beginn des Seitenbereichs:

Kontakt

Univ.-Prof. Mag. Dr.theol. Irmtraud Fischer
+43 (0)316 380 - 6021

http://altes-testament.uni-graz.at/

Kontakt

Univ.-Prof. Dr.rer.pol. Renate Ortlieb
+43 (0)316 380 - 7191

http://personalpolitik.uni-graz.at

Ende dieses Seitenbereichs.
Zur Übersicht der Seitenbereiche.